Ungebremste Selbstbewegungen. Kunst mit Fotografie in der DDR
Katalog zur gleichnamigen Ausstellung (29.8.-15.11.25) im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst | Dieselkraftwerk Cottbus
Mit ihrer ideologischen, dominant marxistischen Prägung wurde Weltanschauung in der DDR in erster Linie auf die physische Welt orientiert. Interesse an der metaphysischen Welt galt als „bürgerlich“, gestrig, nicht-progressiv. Seit Ende der 1970er Jahre opponierten freilich mehr und mehr Intellektuelle und Kreative gegen die ideologischen Scheuklappen, gegen die Begrenzungen von „Welt“ und gegen das Vorenthalten von Texten, Wissen, Kenntnissen und Denkmöglichkeiten. Weil die DDR so eng war, ging es bei allen Veränderungen um Befreiung, Selbst-Erweiterung und Grenzüberschreitung. Im Verbund von Künstler*innen verschiedener Disziplinen entwickelten sich in den 1980er Jahren Strömungen einer „andere Fotografie der DDR“, einer „Fotografie von unten“, die gebunden war an subkulturelle Entwicklungen einer Kunst mit Fotografie, die nicht zuletzt vielfach Veröffentlichung fand in privat produzierten Foto-Mappen und halblegalen Zeitschriften.
„Ungebremste Selbstbewegungen“ zeigt eine Fotografie, die nicht einfach festhält, sondern sich bewegt: zwischen Bild und Aktion, Körper und Raum, Realität und Erfindung. Eine Ausstellung über Künstler*innen, die sich ihre eigenen Spielräume schufen – und deren Arbeiten auch Jahrzehnte später noch erstaunlich ungebremst daherkommen.
Hg von Ulrike Kremeier für BLMK
Mit Texten von Tina Bara, Volkmar Billig, Eugen Blume, Micha Brendel, Matthias Flügge, Klaus Elle, Else Gabriel, Rainer Görß, Jürgen K. Hultenreich, T. O. Immisch, Ulrike Kremeier, Nicola Kuhn, Olaf Martens, Maix Mayer, Franziska Schmidt, Andreas Seeliger, Erik Stephan, Olaf Stoy, Christoph Tannert, Lila von Taube, Uwe Warnke
160 Seiten | 88 Abbildungen
























































