Standorte des BLMK

Cottbus (CB)

Dieselkraftwerk

Uferstraße/Am Amtsteich 15
03046 Cottbus Deutschland
Tel: +49 355 4949 4040
Öffnungszeiten:

dienstags bis sonntags
10 bis 18 Uhr

Bitte beachten Sie unsere Sonder­öffnungs­­zeiten an Feier­tagen und die Angebote zu verschie­denen Ticket­­preisen
Eintrittspreise

Alle Ausstellungsräume, der Veranstaltungssaal und das mukk. sind z.T. über Aufzüge barrierefrei zu erreichen.

Frankfurt (Oder) (FF)

Rathaushalle

Marktplatz 1
15230 Frankfurt (Oder) Deutschland
Tel: +49 335 28396183
Öffnungszeiten:

dienstags bis sonntags
11 bis 17 Uhr

Bitte beachten Sie unsere Sonder­öffnungs­­zeiten an Feier­tagen und die Angebote zu verschie­denen Ticket­­preisen
Eintrittspreise

Eingang durchs Rathaus.
Die Ausstellungsräume sind über Aufzüge erreichbar.

Frankfurt (Oder) (FF)

Packhof

Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße 11
15230 Frankfurt (Oder) Deutschland
Tel: +49 335 4015629
Öffnungszeiten:

dienstags bis sonntags
11 bis 17 Uhr

Bitte beachten Sie unsere Sonder­öffnungs­­zeiten an Feier­tagen und die Angebote zu verschie­denen Ticket­­preisen
Eintrittspreise

Ausstellungsräume sind nicht barrierefrei: Besuch bitte nur mit Begleitperson.

Grafik

Die Sammlungsabteilung beherbergt sowohl Handzeichnungen, Druckgrafiken, Aquarelle und Collagen als auch Künstlerbücher und Rollos. Sie wurde nicht schlicht als Ergänzung zu den anderen, eng damit verknüpften Sammlungsgebieten Malerei oder Skulptur verstanden, sondern als vornehmlich selbstständiger künstlerischer Ausdruck.

Lag die Erwerbungspolitik mit der frühen Gründung in Frankfurt (Oder) in ihrer Orientierung lange auf Entwicklungslinien der sozialistisch verstandenen Kunst, beginnend in den 1920er-Jahren, so kam in den späteren Cottbuser Gründung mit der kulturpolitischen Leitmarke „Weite und Vielfalt“, ein allmählicheres Abweichen von staatlichen Vorgaben zum Tragen. Insgesamt zeigen die Bestände eine Ausrichtung auf die ostdeutsche Kunstlandschaft mit all ihren Übergängen und Brüchen.

Gleichwohl früheste Arbeiten aus den 1920er-Jahren stammen, so namentlich mit Kollektionen von Otto Griebel, Carl Lohse, Wilhelm Rudolph, Erika Stürmer-Alex, Karl Völker und Ruth Wolf-Rehfeldt, so liegt doch das Hauptgewicht der Sammlung auf der Kunst aus der DDR. Stellvertretend seien auf wichtige Blätter von Manfred Butzmann, Hermann Glöckner, Klaus Hähner-Springmühl, Hans Kinder, Gerda Lepke, Curt Querner, Claus Weidensdorfer und Willy Wolff verwiesen. Die kontinuierliche Weiterführung der Sammlung bis zu aktuellen Positionen der Gegenwartskunst belegen Namen wie Hans Scheuerecker, Cornelia Schleime oder Karla Woisnitza.

Ein wesentliches Sammlungsprinzip bestand von Anbeginn darin, aus den jeweils aktuellen Ausstellungen Einzelblätter oder Werkgruppen für das Museum zu erlangen. Mit umfangreichen Erwerbungen aus der Ausstellung Die Kunst der Zeichnung in der DDR. 1974-1984 (1985) wurde versucht, eine eigene Position in der Kunstlandschaft zu verankern. Im Umfeld der Exposition Die Kunst der Collage in der DDR (1990) konnten ebenfalls wesentliche Werke erworben werden. In den letzten Jahren waren es vor allem Ausstellungen von einzelnen Künstler*innen, aus denen Erwerbungen getätigt wurden, so von Max Uhlig, Klaus Killisch oder Mona Höke.

Das Kapitel Künstlerbücher zählt zu den Besonderheiten des BLMK. Angelegt wurde diese Sammlung aus dem Gedanken heraus, dass nicht wenige Künstler*innen, die bereits mit anderen Werken – Malerei, Druckgrafik oder Fotografie – im Museumsbesitz präsent sind, sich ebenso in vielfältiger Form mit dem Medium Buch auseinandergesetzt haben. Das belegen diverse Bucharbeiten von Micha Brendel, Helmut Dirnaichner, Rainer Görß, Moritz Götze, Sabine Herrmann, Sigrid Noack und Olaf Wegewitz.

Zu den Druckgrafiken in der Sammlung des BLMK gehören Werke aus einem Zeitraum von rund 100 Jahren. Von fast allen Künstler*innen, die mit Malerei und Plastik in der Sammlung vertreten sind – und darüber hinaus – existieren Blätter. Um nur einige Künstler*innen mit grafischen Zyklen vor 1945 zu nennen, sei auf Käthe Kollwitz und Hans Grundig verwiesen. Etwa 80 % des Bestandes stammen aus dem Zeitraum der DDR. Expressives und Sachliches, Realistisches und Abstraktes, postimpressionistische und surrealistische Handschriften, Reflexionen über Pop-Art und Postmoderne haben ihre Spuren hinterlassen. Größere druckgrafische Bestände existieren u. a. von Wolfgang Mattheuer, Wilhelm Rudolph und Erika Stürmer-Alex. Nach 1990 gelangten Drucke u. a. von A.R. Penck, Carsten Nicolai und Eberhard Havekost in die Sammlung.

Ein neues Sammlungsgebiet mit polnischer Druckgrafik konnte ab 1991 aufgebaut werden. Heute ermöglichen die Arbeiten einen repräsentativen Überblick auf unterschiedliche stilistische und technische Positionen innerhalb dieses Mediums und dessen virtuose Beherrschung. Wichtige druckgrafische Zentren wie Kraków, Warschau, Poznań oder Łódź sind mit wesentlichen Künstler*innen der älteren und mittleren Generationen präsent. Der Altmeister des Holz- und des Linolschnittes Stanisław Fijałkowski ist u. a. vertreten wie gleichfalls Janina Kraupe-Świderska mit symbolistischen mythischen Blättern. Zu den Protagonisten einer abstrakten und geometrisch intendierten Kunst gehören zum Beispiel Zbigniew Lutomski und Ryszard Otręba. Politisches, expressiv Figuratives und Zeichenhaftes pflegen u. a. Edward Dwurnik. Realitätsfragmente auf der Basis von Fotos interpretieren u. a. Izabella Gustowska – Linie/Zeichen/Schrift untersuchen dagegen u. a. Jan Tarasin und Antoni Starczewski.