Schnitträume Von der Druckgrafik bis zum Scherenschnitt

Gabriele Basch, fransen, 2015, Lack auf Papierschnitt © VG Bild-Kunst Bonn, 2026, Foto: Jåger Arén
Benjamin Badock, Gabriele Basch, Jan Brokof, Kurt Buchwald, Jana Gunstheimer, Jakob Hinrichs, Günther Hornig, Frank Lippold, Inken Reinert, Nadja Schöllhammer, Michaela Schweiger, Anja Warzecha, Eva-Maria Wilde
In der fotografischen Befragung von Wirklichkeit werden überblendete Orte zur rätselhaften Kulisse einer fragmentierten Zeit. Wahrnehmung als Splitter referieren auch Holzschnitte, die mit Auslassungen und Verzerrungen arbeiten. Als Spielwürfel können Stadtansichten aus Frankfurt (Oder) immer wieder neu zusammengesetzt werden. Ein Jugendzimmer im Plattenbau ersteht als Druckgrafik in Originalgröße auf und ist tatsächlich begehbarer Raum. Der Plattenbau selbst wird durch einen Modulator zum erschwinglichen druckgrafischen Produkt oder als detaillierte Farbstiftzeichnung in Übergröße zur endlosen Reihung. Scherenschnitte schälen sich aus der Wand und oszillieren zwischen Präsenz und Absenz. Als freche Kommentare rebellieren sie gegen starre Ordnungssysteme, die aus dem Papier erwachsen. Im Materialmix werden Leerstand und Ödnis ebenso wie die ideologische Indienstnahme von textilem Handwerk sowie neue (ost-)deutsche Realitäten verhandelt. An Architektur erinnernde Objekte konkurrieren mit einer Installation aus DDR-Pressspan, die den fiktionalen Zustand einer Welt abseits der Zweckbindung von Schrankwand und Co. eigens für die Ausstellung inszeniert. Die Brüchigkeit auch von Identität wird über Biografien von Ostberliner Frauen akustisch und visuell erfahrbar. Sie wird mit Fragen nach den Träumen und Wünschen der Protagonistinnen verkoppelt und für Frankfurt (Oder) weitergedacht.



