Gemachte Männer

Ulrich Hachulla, Junge mit Hochstraße, 1968, Mischtechnik auf Hartfaser © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Marlie Kross
Ines Arnemann, Norbert Bisky, Andreas Dress, Albert Ebert, Friedrich Günther, Ulrich Hachulla, Joachim Jansong, Otto Griebel, Lea Grundig, Günter Richter, Klaus Killisch, Wilhelm Rudolph, Max Uhlig u.a.
Die Vorstellungen davon, was als männlich gilt, sind tief in den jeweiligen historischen Ordnungen einer Gesellschaft
verankert. Sie sind jedoch weder stabil noch eindeutig bestimmt. Männlichkeit entsteht im Spannungsfeld verschiedener Macht- und Deutungssysteme, die genau so miteinander konkurrieren, wie sie sich überlagern. Gerade politische Umbrüche, gesellschaftliche Krisen und hegemoniale Verschiebungen wirken wie Brennpunkte an denen die Übergänge zwischen unterschiedlichen Männlichkeitsentwürfen deutlich werden.
Die Ausstellung verfolgt diese Transformationen und Konfliktlinien. Sie zeigt, wie sich Männlichkeit seit der Weimarer Zeit behauptete, formierte und verschob. Die Werke aus den Sammlungen Malerei, Zeichnung, Grafik und Plakatkunst des BLMK zeichnen diese unterschiedlichen Diskurse nach: der Mann als Bürger, Soldat, Arbeiter, sozialistische Ikone oder urbaner Szenegänger. Die Spannweite der Darstellungen reicht dabei von Idealtypen ihrer Zeit bis zu feiner ironischer Distanz.



