Merkwürdig? Merk würdig! Fotografien aus der Sammlung des BLMK

ORLAN, Self-hybridation, Nr. 31, 1997, Cibachrome, Schenkung von Ellen und Klaus Altmann, Bergisch Gladbach © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Gerd Bonfert, Kurt Buchwald, Klaus Elle, Valie Export, Katja Eydel, Thomas Florschuetz, Andreas Gefeller, Stefan Heyne, Joachim Jansong, York der Knöfel, Matthias Leupold, Ulrich Lindner, Steffen Mertens, ORLAN, Marc Räder, Michael Schade, Erasmus Schröter, Edwin Zwakmann u.a.
Die ausgewählten Fotograf*innen brechen bewusst mit unseren Erwartungen und (Seh)Erfahrungen – etwa durch ungewöhnliche Perspektiven, extreme Nahaufnahmen oder absurde Bildkompositionen. Ebenso hinterfragen etliche von ihnen gesellschaftliche Normen oder Tabus und erzeugen somit beim Betrachter ein Gefühl von Unbehagen oder Verunsicherung. Mit Hilfe von Überbelichtungen, Verwischungen, Langzeitbelichtungen, Mehrfachbelichtungen, chemischen Manipulationen im Labor oder digitalen Verfremdungen stören die Fotograf*innen die gewohnte „Realitätstreue“ der Fotografie. Somit schwingt in allen Werken auch immer die Frage nach Täuschung und Wahrheit mit. Manchmal handelt es sich um inszenierte Bilder, die zwischen Realität und Fiktion schweben, manchmal um Fotomontagen oder Collagen, bei denen mehrere Bilder kombiniert werden, so dass eine neue, oft surreal wirkende Bildwelt entsteht.
Das Spektrum der Themenbereiche der einzelnen Fotograf*innen ist weit gefächert: Sie fotografieren alltägliche Konstellationen und Objekte, widmen sich dem Porträt und ebenso der Landschaft. Sie alle jedoch eint, dass sie gezielt mit Irritation arbeiten und dadurch ihre Bilder eine starke emotionale Wirkung entfalten, so dass die Fotografien lange im Gedächtnis haften bleiben, merk würdig werden. Die Ausstellung bezeugt außerdem, wie Künstler*innen unterschiedlicher Generationen immer wieder das Medium Fotografie nutzen, um Sehgewohnheiten zu brechen und brisante gesellschaftliche Fragen aufzuwerfen.



