Matthias Körner

Matthias Körner, Puppenhaus 1, 2022, Eitempera hinter Glas © und Foto: Matthias Körner
Das für sie typische spiegelverkehrte Anlegen der Komposition ist dem Künstler (geb. 1954 in Cottbus, lebt ebenda) bereits durch seine Praxis diverser druckgrafischer Spielarten des Tiefdrucks vertraut: Hier war es für Körner insbesondere die Intagliotypie, in der er – um die 2010er Jahre – die Fotografie mit zeichnerisch-malerischem Gestus verbinden konnte und deren Schwarz-Weiß-Blätter ebenfalls punktuell Eingang in die Cottbuser Präsentation finden werden. Da im Vergleich zur Malerei auf Leinwand oder Papier der Arbeitsvorgang bei den Hinterglasbildern ein umgekehrter ist, muss der Künstler also nicht nur „rechts ist links“ bedenken, sondern auch das „hinten vorn ist“ – etwas, das laut Aussage Körners nach Jahren auf und hinter den zunehmend größer werdenden (Acryl-)Glasplatten für ihn zur Selbstverständlichkeit geworden ist.
Losgelöst von Trägermaterial und Technik bewegen sich seit dem Beginn seiner freiberuflichen Tätigkeit im Jahr 1989 seine Bildwelten vom Innen und Außen – wollte man traditionelle Genrebezeichnungen bemühen – zwischen zeitlos wirkenden Interieur-, Stillleben- und Landschaftsdarstellungen. Die Figur spielt, wenn überhaupt, meistens als Rückenfigur und Utensil, in jüngeren Arbeiten als Puppe eine untergeordnete Rolle. Zuweilen verabschiedet sich Matthias Körner in seinen Arbeiten gänzlich von der Wiedergabe eindeutig zu bestimmender Dinge und Orte und entlässt uns in wiederum verlockend anschauliche Farb- und Formwelten hinter Glas.

