Wochenend-Workshop Ur-Collage. Bilder, Fragmente und die Kraft des Anfangs
Fast jeder Mensch hat in seinem Leben schonmal eine Collage gemacht. Sie geht einfach, schnell und es braucht weder viel Werkzeug noch Material. Fast jeder Mensch hat somit einmal versucht sich ein Bild von der Welt zu machen. Eine Ur-Erfahrung die uns alle vielleicht verbindet.
Vor allem aber macht Collagieren unendlichen Spaß – und genau darin liegt das Problem der Collage. Was leicht
zugänglich ist und scheinbar mühelos entsteht, wird oft nicht ernst genommen. Die Collage gilt vielen als unseriös, unreif oder bloßes Spiel. Doch gerade darin steckt ihr widerständiges Potenzial. Schneller Spaß entzieht sich der Kontrolle – bei der Collage ebenso wie beim Collagierenden. Verwirrung entsteht beim Kleben, Überforderung
beim Sichten des schier unendlichen Materials. Und dann der Größenwahn: Häuser auf fremde Planeten setzen,
Arme, Beine oder Köpfe abschneiden und neu zusammensetzen. Schaurig und lustvoll zugleich.
Die Collage ist ein ambivalentes Wesen. Sie verschlingt Bilder wie ein Kannibale und trägt zugleich etwas Hochexplosives in sich. Jede einzelne Collage ist Teil einer größeren, ursprünglichen „Ur-Collage“, die niemals ab
geschlossen ist. Eine Collage ist keine Information, kein Journalismus und kein Kommentar. Sie erzeugt ihre eigene
Wirklichkeit. Die Aufgabe des Collagierenden besteht darin, dieser neuen Wahrheit eine Form zu geben. Gerade
deshalb ist die Collage etwas Universelles. Sie öffnet einen Raum für ein nicht-exklusives Publikum – einen Raum, in
dem jede und jeder unmittelbar teilhaben, eingreifen und neue Zusammenhänge erschaffen kann.
Sa 9.1. & So 10.1.27 | 10:00-16:00 Uhr
Anmeldung bis zum 7.1.27 und weitere Informationen
Jette Panzer Kunstvermittlung Frankfurt (Oder)
kunstvermittlung.frankfurt@blmk.de
Telefon +49 335 28395912




