Ungebremste Selbstbewegungen Kunst mit Fotografie in der DDR

Claus Bach, aus der Mappe: Kopfkörper, 1990/1991, C-Print © Claus Bach
Claus Bach, Tina Bara, Micha Brendel, Kurt Buchwald, Klaus Elle, Irene Fischer, Thomas Florschuetz, Else Gabriel, Rainer Görß, Klaus Hähner-Springmühl, Erich-Wolfgang Hartzsch, Frank Herrmann, Bernd Hiepe, Wolf Kahlen, Stefan Kayser, York der Knoefel, Evelyn Krull, Matthias Leupold, Lieberknecht/Stoy, Olaf Martens, Maix Mayer, Florian Merkel, Erhard Monden, Christoph Sandig, Cornelia Schleime, Götz Schlötke, Erasmus Schröter, Andreas Seeliger, Heike Stephan, Gabriele Stötzer
Weil die DDR so eng war, ging es bei allen Veränderungen um Befreiung, Selbst-Erweiterung und Grenzüberschreitung. Im Verbund von Künstler*innen verschiedener Disziplinen entwickelten sich in den 1980er Jahren Strömungen einer „andere Fotografie der DDR“, einer „Fotografie von unten“, die gebunden war an subkulturelle Entwicklungen einer „Kunst mit Fotografie“, die nicht zuletzt vielfach Veröffentlichung fand in privat produzierten Foto-Mappen und halblegalen Zeitschriften.
Nach wie vor sind Fotograf*innen aus dem Spektrum der nicht-staatstragenden Kunst und dort insbesondere Vertreter*innen einer Haltung, die „Kunst mit Fotografie“ verbindet, im öffentlichen Bewusstsein eher seltener vertreten. Wir haben es in ihrer Kunst mit ästhetischen Perspektiven zu tun, die sich vom üblichen Kontext der Fotografie in der DDR grundsätzlich dadurch unterscheiden, dass sie nicht z.B. journalistisch dokumentarisch auf eine abgebildete Wirklichkeit verweisen, sondern die eigenen Rahmenbedingungen reflektieren. Sie definieren sich über die Idee und nicht über die äußere Form.
Ihre Erscheinungsformen variieren. Sie können an Aktionen, Performances und Interventionen gebunden sein. Häufig ist ihnen ein bildnerisches Suchen und ein bewusst anti-ästhetisierender Impuls eigen. Zuweilen entstehen sie allein in einem unberechenbaren Entwurfsprozess. Oder es kommen z.T. serielle Ordnungsstrukturen zur Ansicht.
Das Konzept der Ausstellung wird von Christoph Tannert als externem Kurator erarbeitet.
Die Ausstellung sowie der flankierende Katalog werden vom BLMK produziert und im Anschluss an die Präsentation im Dieselkraftwerk Cottbus auf Reisen geschickt. U.a. wird die Ausstellung Ende des Jahres in der Stadtgalerie Kiel (12.12.26 – 20.2.27) gezeigt.
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Because the GDR was so restrictive, all change was driven by a desire for liberation, self-expansion, and the crossing of boundaries. During the 1980s, collaborations among artists across various disciplines gave rise to currents of an „alternative GDR photography“—a „photography from below“—linked to subcultural developments in „art using photography.“ These works frequently found an outlet in privately produced photo portfolios and semi-legal magazines.
Photographers from the realm of non-conformist art—specifically those embodying an approach that combines „art with photography“—remain relatively underrepresented in the public consciousness. Their art presents aesthetic perspectives that differ fundamentally from the standard context of GDR photography: rather than serving as journalistic or documentary references to a depicted reality, they reflect upon their own framing conditions. They define themselves through the underlying idea rather than through external form.
The forms they take vary widely. They may be linked to actions, performances, and interventions. They are often characterized by an exploratory visual approach and a deliberately anti-aesthetic impulse. Sometimes they emerge solely from an unpredictable creative process; at other times, they manifest through serial organizational structures.
The exhibition concept is being developed by external curator Christoph Tannert.
The exhibition and its accompanying catalogue are being produced by the BLMK; following its presentation at the Dieselkraftwerk Cottbus, the exhibition will tour to other venues. Among others, it will be shown at the Stadtgalerie Kiel at the end of the year (December 12, 2026 – February 20, 2027).












