Im Gefängnis – Ein Comic-Projekt von Patricia Thoma Ausstellung & Workshops

Das Gefängnis kann als Brennglas für gesellschaftliche Missstände gesehen werden. Hier sind Menschen inhaftiert, die kleinkriminell geworden und suchterkrankt sind, gewalttätig geworden sind und auch politisch motivierte Straftaten begangen haben. Die Schwere und Motive ihrer Taten könnten unterschiedlicher nicht sein. Das Gefühl aber, von der Gesellschaft fallengelassen und ignoriert zu werden, verbindet sie alle. Häusliche Gewalt, Schulabbruch und Perspektivlosigkeit führten bei vielen in einen Teufelskreis aus Drogen, Kriminalität und Gewalt.
Viele haben ein Bild vom „Knast“ im Kopf, obwohl nur wenige jemals dort gewesen sind oder mit inhaftierten Menschen zu tun haben. Menschen in Haft werden auf ihre Taten reduziert, doch sie alle haben Freund*innen, Familie und oft auch Kinder, die in Pflegefamilien leben. Häufig werden sie von der Gesellschaft verurteilt und ausgegrenzt. Im Gefängnis sollen die inhaftierten Menschen resozialisiert und auf das Leben „draußen“ vorbereitet werden, wie es im Gefängnisjargon heißt. Die Menschen im Gefängnis eint eines: die Hoffnung auf ein Leben in Freiheit und einen Neuanfang im Kreis ihrer Familie und Freund*innen.
Die Illustratorin Patricia Thoma hat sich über drei Jahre immer wieder hinter hochgesicherte Gitter und Mauern in Haftanstalten in Cottbus und ganz Deutschland begeben und mit inhaftierten Menschen gezeichnet. Die Ausstellung zeigt die entstandenen Bildergeschichten, in denen uns die Menschen einen Einblick in ihren Alltag zwischen Zelle, Arbeit und Therapie gewähren, der aufwühlt, schockiert und nicht zuletzt durch schwarzen Humor geprägt ist.
Die Workshops in den Gefängnissen wurden von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Hamburg und Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sowie vom StadtPalais – Museum für Stuttgart finanziert. Die Ausdrucke der Comics auf Leinwand wurden von der Gedenkstätte ROTER OCHSE in Halle (Saale) gesponsert. Das Vermittlungsangebot zur Ausstellung wird vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg unterstützt.





