herzwärts wild (Ost)deutsche und polnische Künstlerinnen der 1980er und 1990er Jahre
Tina Bara, Annemirl Bauer, Bärbel Bohley, Halina Chrostowska, Angela Hampel, Izabella Gustowska, Ingrid Hartmetz, Sabine Herrmann, Bożena Markowicz, Helga Paris, Krystyna Piotrowska, Christine Schlegel, Cornelia Schleime, Maria Sewcz, Heike Stephan, Gabriele Stötzer, Erika Stürmer-Alex, Gudrun Trendafilov, Karla Woisnitza, Ruth Wolf-Rehfeldt, Doris Ziegler u.a.
In Anknüpfung an die gleichnamige Ausstellung in Cottbus von 2022 versammelt die Gruppenausstellung im Packhof Frankfurt (Oder) Werke von Künstlerinnen, die in der DDR sozialisiert wurden und stellt sie Positionen von Künstlerinnen der Volksrepublik Polen (PRL) gegenüber. In stilistischer Vielfalt spiegeln sich in Malerei, Collage, Handzeichnung, Grafik, Fotografie und Plastik die Erfahrungen der kulturellen und gesellschaftspolitischen Um- und Aufbrüche der 1980er und 1990er Jahre.
Zwar standen die Künstlerinnen aus der DDR und der VR aufgrund des 1981 verhängten Kriegsrechts und der Schließung der Grenzen nicht in direktem Austausch. Die künstlerischen Werke korrespondieren dennoch über ähnliche Erfahrungen in Sozialismus und (christlich geprägtem) Patriarchat. Mit expressivem Gestus, Humor und Lebenslust, aber auch Nachdenklichkeit wurde das Selbstverständnis von Künstlerinnen, überkommenen Rollenbildern und Klischees neu situiert, nicht selten mit tradierten Formen künstlerischer Ausdrucksweisen gebrochen. Das Hinterfragen staatlicher Politik sowie die offensiv formulierte Haltung zur Autonomie des Künstlerinnensubjekts und dessen Arbeit nahm wesentlichen Stellenwert ein. Neben kritischen Zeitkommentaren und entfremdeten Selbsterzählungen wurde insbesondere die Arbeit mit und am (eigenen) Körper zum Gegenstand pointierter Bildreflexionen weiblicher Identitäten.





