Standorte des BLMK

Cottbus (CB)

Dieselkraftwerk

Uferstraße/Am Amtsteich 15
03046 Cottbus Deutschland
Tel: +49 355 4949 4040
Öffnungszeiten:

dienstags bis sonntags
11 bis 19 Uhr

Sonder­öffnungs­­zeiten an Feier­tagen
Eintrittspreise

Alle Ausstellungsräume, der Veranstaltungssaal und das mukk. sind über Aufzüge barrierefrei zu erreichen.

Frankfurt (Oder) (FF)

Packhof

Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße 11
15230 Frankfurt (Oder) Deutschland
Tel: +49 335 4015629
Öffnungszeiten:

dienstags bis sonntags
11 bis 17 Uhr

Sonder­öffnungs­­zeiten an Feier­tagen
Eintrittspreise

Die Ausstellungsräume sind barrierefrei: Besuch bitte nur mit Begleitperson.

Frankfurt (Oder) (FF)

Rathaushalle

Marktplatz 1
15230 Frankfurt (Oder) Deutschland
Tel: +49 335 28396183
Öffnungszeiten:

dienstags bis sonntags
11 bis 17 Uhr

Sonder­öffnungs­­zeiten an Feier­tagen
Eintrittspreise

Die Ausstellungsräume sind barrierefrei über eine Rampe erreichbar: Besuch bitte nur mit Begleitperson.

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1.2.—14.2.2021 | Kunst zieht um die Häuser - Werke aus der Sammlung des BLMK

Clemens Gröszer, Will Lammert, Wolfgang Peuker und Harald K. Schulze bei Galeria Karstadt Kaufhof

Alle weiteren Informationen zu den Kunstwerken, Künstlern und Mitmachangeboten erhalten Sie hier.

 

Standort: Galeria Karstadt Kaufhof, August-Bebel-Str.2, 03046 Cottbus

Clemens Gröszer

Café Liolet, 1986, Mischtechnik auf Leinwand, 138,8 x 119,7 cm

Zwischen dem Doppelporträt zweier junger Frauen und einer Cafészene pendelt das Gemälde genauso, wie der vorgeführte Ort zwischen individuellem Freiraum – der Nische  – und öffentlichem Raum. Die vom Maler eingesetzten formalen Zuspitzungen greifen ebenso in der Raumstruktur: Der angekippte Boden drückt die beiden Figuren nach vorn. In modischem Outfit sitzen die Frauen auf zu klein wirkenden Stühlen, auch darin spiegelt sich Beunruhigung. Das Gemälde entstand in einer Zeit der Kunstaufbrüche in der festgefahrenen Landschaft DDR. Darin könnte das Tafelbild einen Behauptungsraum gegen sozialistische Über-vergesellschaftung eröffnen. Gleichermaßen steht jenes Bild und dessen imaginierter, unbestimmter Ort – der jedoch durch den Bildtitel sowie den typisch französischen Bistrotisch auf Frankreich verweist – für kulturelle Sehnsuchtsphantasien und Lebensgefühle, deren Projektionsräume über Kunst thematisiert werden. Den kunstgeschichtlichen Bezugsrahmen für diese, wie auch andere neoveristische Malereien von Clemens Gröszer, bilden die 1920er-Jahre und hierbei insbesondere Künstler wie Otto Dix und George Grosz. Wesentlich ist in diesem Zusammenhang nicht nur die formale Referenz, sondern vor allem der gesellschaftskritische Blick, der der Kunst immanent ist. UK

Clemens Gröszer

  • geb. 1951 in Berlin
  • 1972 – 1976 Studium der Gemälderestaurierung und Malerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee unter anderem bei Prof. Kurt Robbel und Prof. Werner Stötzer
  • von 1980 – 1983 war er Meisterschüler an der Akademie der Künste der DDR.
  • ab 1983 freischaffend in Berlin
  • gest. 2014 in Berlin

Will Lammert

Porträt der Tänzerin Ruth Tobi, 1919, Bronze, 55 x 39 x 25 cm

 

Der Bildhauer Will Lammert wurde 1892 im westfälischen Hagen geboren – einer Industriestadt, in der sich Anfang des 20. Jahrhunderts der Mäzen und Kunstkenner Karl Ernst Osthaus niedergelassen hatte. Osthaus
holte zahlreiche Künstler der Moderne nach Hagen und zeigte deren Werke in dem von ihm gegründeten Folkwang-Museum. Auf diese Weise kam Will Lammert mit den neuesten Avantgardeströmungen in Kontakt. Vor allem der kubistische Bildhauer Alexander Archipenko beeinflusste Lammert nachhaltig. In der kubistischen Skulptur wird der Kopf in einzelne Flächen zerlegt, Figur und Raum durchdringen sich zu einem dynamischen Gebilde.
In seinem Porträt der Tänzerin Ruth Tobi greift er dieses Prinzip auf. Durch bogenförmige Schwünge, aus denen er die Skulptur aufbaut, entsteht der Eindruck einer sich frei im Raum entfaltenden Bewegung. Eine adäquate Umsetzung der künstlerischen Intentionen der Tänzerin, die sich vor allem mit Ausdruckstanz beschäftigte. UR

 

Will Lammert

  • geb. 1892 in Hagen
  • Lehre als Stuck-, Stein- und Holzbildhauer
  • ab 1911 Studium an der Staatlichen Kunstgewerbeschule Hamburg bei Richard Luksch
  • Studienaufenthalte in Paris
  • Teilnahme am 1. Weltkrieg, schwere Verwundung
  • in den 1920er-Jahren entstanden zahlreiche baugebundene Arbeiten
  • 1933 von den Nazis verfolgte, emigrierte nach Paris, später in die Sowjetunion
  • 1951 Rückkehr nach Ost-Berlin
  • gest. 1957 in Berlin

Wolfgang Peuker

Holofernes, 1983, Öl auf Hartfaser, 122 x 63 cm

 

Mit Vorliebe griff der Maler Wolfgang Peuker auf mythologische Themen zurück. So gibt es mehrere Gemälde mit Darstellungen von Adam und Eva, in denen er die biblische Vorlage aktualisierte und Geschlechterbeziehungen zum Gegenstand machte. Im Gemälde „Holofernes“ zeigt er die Geschichte der jüdischen Witwe Judith, die den Belagerer ihrer Heimatstadt Betulia nach einem Festgelage erst verführt und dann im Schlaf ermordet. Obwohl Peuker sein Gemälde „Holofernes“ nannte, wurde dem Titelgeber im Bild kein Raum gegeben. Es zeigt zwei Frauen, eine in Rückenansicht, die andere im Profil. Sie trägt die Züge von Peukers Frau Annette. Lediglich die roten Finger der linken Figur zeugen von der begangenen Bluttat. Die Kunsthistorikerin Katrin Arrieta deutet die Szene biographisch: „Als Holofernes sieht sich Peuker in der Rolle des Opfers zweier Partnerinnen, die sein bedrohtes Ego gemeinschaftlich beiseiteschaffen. Abermals sind es Figuren, die über den Rand der Komposition ins Unsichtbare drängen, sodass der ausschnittartige Bildraum als Ort einer Indiskretion erscheint: Peuker gibt allzu Persönliches preis“. UR

Wolfgang Peuker

  • geb. 27. Mai 1945 in Aussig (Usti nad Labem)
  • 1965 – 1970 Studium an der Leipziger Hochschule bei Harry Blume, Werner Tübke, Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer
  • 1971 Heirat mit der Malerin Annette Knisper
  • 1985 Trennung von der ersten Frau, Heirat mit Annette Lunow
  • gest. 9. Mai 2001 in Groß Glienicke

Harald K. Schulze

Franziska mit Diabolo, 1985, Öl auf Leinwand, 141 x 90 cm

 

In seinem Gemälde „Franziska mit Diabolo“ zeigt Schulze ein Mädchen an der Schwelle zur Pubertät beim Jonglieren. Es sitzt auf einem Hocker in einem Raum, dessen Boden gefährlich nach unten geneigt ist. Die rechte Fußspitze des Mädchens endet am unteren Bildrand und schafft ein Gegengewicht zu dieser Abwärtsbewegung. Franziska ist vollkommen vertieft in ihr Spiel. Mit geradezu versteinerter Miene hält sie das Diabolo, das sie zum Kreisen bringen will. In ihrem Rücken steht ein Spiegel, in dessen oberem Bereich der Teil einer Trapezstange zu sehen ist. Die wichtigsten Farbakzente im Bild setzen der lila Fächer zu ihren Füßen, das Gelb des Jongliergerätes und der lila-blaue Kragen ihres Kostüms. Schulze hält hier einen Moment größter Konzentriertheit fest. Die Zeit scheint stehen zu bleiben in seiner Darstellung. Typisch für den Künstler ist sein altmeisterlicher Stil. Dieser orientiert sich an Vorbildern wie Lukas Cranach, aber auch an den Veristen der 1920er-Jahre. UR

Harald K. Schulze

  • geb. 1952 in Schmölln/ Oberlausitz
  • von 1973 – 1978 Studium an der Kunsthochschule Weißensee
  • von 1978 – 1980 Aspirantur bei Walter Womacka
  • seit 1980 freischaffend
  • lebt und arbeitet in Müncheberg

Harald K. Schulze

Straßenbild I, 1991, Öl, Tempera auf Leinwand, 245,9 x 100,5 cm

 

Zusammen mit Clemens Gröszer und Rolf Biebl gehörte Harald K. Schulze zur Künstlergruppe Neon Real. Anlässlich einer Ausstellung hieß es in der Berliner Zeitung am 26.11.2014: „Die Drei suchten unterm Label „Neon Real“ nach einem Gegenbild dessen, was schlechthin als Kunst aus (Ost)Berlin galt. ,Wir wollten mehr malen als arkadische Szenen, Zitronen und Kaffeekannen-Stillleben´, so Schulze. Und Biebl ergänzt: ,Wir wollten Aufmerksamkeit! Grelle Bildschärfe gegen die ganze Langeweile. Attacke, Überschärfe, Großstadtgefühl.´“ Attacke, Überschärfe und Großstadtgefühl spiegelt sich in hohem Maße auch in Schulzes Straßenbild von 1991. Der Künstler wählt ein extremes Hochformat, um die Enge einer Straßenflucht zu zeigen. Darin tummeln sich teilweise rätselhafte, grelle Figuren. Ein Mann im lila Hemd stellt sich einer Frau mit einem Einkaufswagen entgegen und bedrängt sie. Mit einem großen Schritt versucht sie ihm zu entkommen. Aus einem Schaufenster greift eine grell geschminkte in grünliches Licht getauchte Gestalt nach den beiden Personen. Es ist eine groteske Szenerie, die der Künstler hier vor dem Betrachter entfaltet und die sich nur schwer entschlüsseln lässt. UR

Harald K. Schulze

  • geb. 1952 in Schmölln/ Oberlausitz
  • von 1973 – 1978 Studlium an der Kunsthochschule Weißensee
  • von 1978 – 1980 Aspirantur bei Walter Womacka
  • seit 1980 freischaffend
  • lebt und arbeitet in Müncheberg

Mitmachextra:

Clemens Gröszer, Café Liolet

Nicht nur die bekannten Bilder der Niederländer Meister schreien danach, mit Utensilien aus dem eigenen Heim, nachgestellt zu werden. Auch Clemens Gröszers Café Liolet wartet nur darauf, von Ihnen zum Leben erweckt zu werden. Trotz des Lockdown endlich mal wieder ins Café bis die Ohren glühen! Gröszers Kunstwerk zum Abgleich Ihrer eigenen Inszenierung sowie ein bisschen Anregung finden Sie unter folgendem Link:

 

Link

 

Will Lammert, Porträt der Tänzerin Ruth Tobi

Mit ein bisschen Handytechnik kann man die Büste von Will Lammert zurück in Bewegung versetzen. Fotografieren Sie die Büste und öffnen Sie das Foto in ihrer Bildbearbeitungs-App. Im Verwischen-Modus folgen Sie mit dem Finger schwungvoll den Bewegungslinien der Figur. So verwandelt sich die massive Skulptur Wisch für Wisch in ein malerisch anmutendes Bild. Bei fehlenden Bildbearbeitungsfunktionen kann man die Finger auch einfach so über das Foto tanzen lassen, um ein Gefühl für die enorme Dynamik zu bekommen, die sich in der Figur versteckt.

 

Wolfgang Peuker, Holofernes

Ein „ohne Titel“ würde die Wahrnehmung von Peukers Gemälde vermutlich stark beeinflussen. Erst der Titel „Holofernes“ vervollständigt das Bildmotiv zu einer Geschichte. Ein gekonnter Schachzug des Malers als Erzähler.

 

Mit welchem Titel würden Sie diese Abbildungen komplettieren?

Oder anders herum, wie stellen sie sich das Bild zu diesem Titel vor?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Harald K. Schulze, Franziska mit Diabolo

Der Teufel steckt oft im Detail oder wie in diesem Fall im Wort Diabolo: Diabolo von griechisch Diábolos für der Verleumder, Durcheinanderwerfer, Verwirrer steht also für den Teufel. Und diesem Teufel kann man mit Schnur und Stock ein Schnippchen schlagen, wie im Gemälde von Harald K. Schulze zu sehen. Es gibt aber noch andere spielerische Arten, wie Sie im Video sehen können.

 

BLMK-Teufelchen

 

 

Harald K. Schulze, Straßenbild I

Mit angeschnittenen Bildmotiven laden uns Künstler*innen buchstäblich dazu ein, über den Bildrand hinaus weiterzudenken. So auch Harald K. Schulze in seinem Großstadtbild. Wie könnte die Szene links und rechts oder oben und unten weitergehen? Das Bildmotiv als Grafik zum Ausdrucken und Weiterzeichnen finden Sie hier:

 

Vorlage Straßenbild I

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